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Freies Blindenspiel mit richtig Action


Blind Computer spielen – wie geht das?

Sie fragen sich, wie man denn blind Computerspiele nutzen kann. Soll man etwa einfach draufholzen und hoffen, dass man einen Gegner trifft? Nein, so schlimm ist es nicht. Die meisten geeigneten Spiele sind speziell für blinde Menschen programmiert. Allerdings ist es durchaus Möglich, ein Spiel für alle nutzbar zu machen. Im folgenden erkläre ich kurz worauf es ankommt und stelle anschließend aus meiner Sicht gute Spiele vor.

Was braucht ein blinder Anwender zum Spielen?

Ohne sicht auf den Schirm muss die gesamte Orientierung über Geräusche erfolgen. Viele Spiele setzen zwar bereits Sourroundsound für Objekte und Gegner ein, allerdings eher als Dekoration denn als Hauptorientierungsmittel. Folgende Punkte sollten bei der Ausgestaltung berücksichtigt werden:

  • Alle relevanten Objekte – auch Wände etc. müssen sich irgendwie eindeutig hörbar machen. Das kann auch durch Manipulation anderer Geräusche geschehen – z.B. wenn das Laufgeräusch gedämpft wird etc.
  • Unterschiedliche Objekte brauchen unterschiedliche Geräusche. Es müssen nicht alle Instanzen unterschiedliche Geräusche haben, aber die einzelnen Klassen – also Wände, Türen, Schlüssel etc.
  • Die Objekte im Fokus z.B. ein Gegner sollte auch akustisch im Fokus stehen – es macht keinen Sinn das die Tür hinter dem Monster laut ruft, man aber zuerst das Monster lokalisieren und töten muss.
  • Geräusche, die hinter dem Spieler von Objekten erzeugt werden, müssen ggf. anders dargestellt werden z.B. mit einem unterlegten Trommeln. Es hat sich ein Stereokopfhörer als beste Möglichkeit zur Wahrnehmung erwiesen. Also lieber Stereosound mit Anpassungen für Vorn und hinten als reiner Sourroundsound.

Viele Spiele werden gerade durch die Action in Echtzeit erst interessant. Für blinde Spieler gilt das genauso. Mit kleinen Einschränkungen ist echtzeitaction kein Problem:

  • Müssen Objekte oder Ziele aus einer größeren Liste ausgewählt werden, was optisch schnell erledigt ist, hat es sich als hilfreich erwiesen die Uhr im Spiel während der Auswahl oder des Studiums feindlicher Objekte anzuhalten. Es wird also der Zeitverlust beim Erfassen der komplexen Situation ausgeglichen. Bei einem Multiplayerspiel ist dies freilich keine Option. Im Zweifelsfall: Bildschirm aus und selbst ausprobieren.

In einigen Situationen werden blinden Spielern zusätzliche Hilfsmittel angeboten z.B. bei der angepassten Quakevariante. Allerdings geht es auch hier darum den Nachteil auszugleichen und nicht darum Vorteile herauszuholen.

Gute Beispiele

Die mir bekannten Beispiele stammen leider ausschließlich aus der englischsprachigen Scene. Allerdings sollte das Anwender ohne komplexe Englischkenntnisse nicht abschrecken. Oft werden nur wenige Begriffe gebraucht und Anleitungen kann man übersetzen lassen.

Eine große Auswahl an freien Spielen

Jim Kitchen, selbst ein blinder Programmierer, verbringt offenbar einen sehr großen Teil seiner Zeit damit Spiele zu programmieren. Die Tatsache, dass er sich sehr viel Mühe z.B. bei den Sounds etc. gibt, spricht für seinen Spaß. Damit nicht genug sind alle seine Spiele freeware und auf eine einfache Art zu installieren. Er bietet denn auch ein eigenes Startmenü für alle seine Spiele an, sodass man leicht von Spiel zu Spiel wechseln kann. Seine Webseite ist unter www.kitchensinc.net zu finden. Als einer der wenigen Anbieter hat er auch Erwachsenenspiele mit erotischen Anstrichen im Programm.

Kommerziell zu vernünftigen Preisen

David Greenwood ist mit seiner Firma gmagames www.gmagames.com schon lange dabei. Seine Spiele sind zu Preisen ähnlich normaler Computerspiele zu haben. Sie zeichnen sich durch komplexe und anspruchsvolle Action und Handlung aus – man braucht einiges an Zeit um sein Geld zu verspielen. Von dort stammt auch eine Freeware, die als Pendant zum bekannten und beliebten Minesweeper fungiert.

Weitere Links

Es gibt och diverse Links mit Computerspielen und die Scene ist stets im Wandel. Ein guter Überblick ist unter http://www.pcsgames.net/game-co.htm zu finden.

Jump-And-Run mit Action

Nun aber zum Spiel, dass mich bewog, einen Artikel in meinen Blog zu schreiben: Jim Kitchen hat jüngst Authm erstellt. Dabei befindet man sich in einem klassischem Jump-And-Run und bereits das erste Level hat’s ordentlich in sich. Es ist faszinierend mit welchen einfachen Mitteln ein forderndes Spiel geschaffen werden kann.