Schlagwort-Archiv: fotografieren

Aktion Mensch: Blind fotografiert!: Geschichten im Blog: Begeistern lassen!: Inklusion

Mit großer Überraschung fand ich den folgenden Eintrag über das blinde Fotografieren im Blog der Aktion Mensch. Ich finde es gut, wenn so viele aus der Blinden- und Sehbehindertenszene hier von ihren Erfahrungen berichten, aber unbedingt als Fotografin bei vollständiger Blindheit aktiv zu werden, ist schon ziemlich krass. Der Zufall will es, dass ich die Autorin persönlich kenne: Wir wohnten relativ nahe beieinander und waren im gleichen Blindenverein. Schade, dass sie damals die Jugendgruppe nicht mit der gleichen Akribie und Willenskraft vorangetrieben hat wie das nachfolgende Projekt. Nun, jeder muss sich sein eigenes Urteil bilden. Ich persönlich hätte nichts von eigenen Fotos. Meine Erfüllung findet sich in anderen für mich lohnenderen Bereichen. Irgendwie ist es auch der Versuch der Quadratur des Kreises. Aber es ist wohl nicht die erste “Kunst” die die Besucher Spaltet. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele von den Betrachtern auch noch das verwackeltste Motiv “gelungen” finden. Leider ist im Zeitalter der Digitalfotografie die Authentizität nicht wirklich zu überprüfen – die Bilder könnte auch jemand anderes geschossen haben, der so tut als hätte er nichts gesehen. Jetzt aber der Blog-Beitrag:

Aktion Mensch: Blind fotografiert!: Geschichten im Blog: Begeistern lassen!: Inklusion.

 

Ich muss zumindest so fair sein zuzugeben, dass ich auch ab und an mal “blind” fotografiere. Das beschränkt sich aber darauf, dass mich jemand in Position stellt und ich versuche die Kamera so gut wie möglich nicht zu bewegen. Das machen wir z.B. wenn wir zu zweit im Urlaub sind und wir auch mal ein Foto meiner Frau haben wollen.

Auch für mich war dieser Beitrag längst vergessen, bis ein kritischer Kommentar einging. Ob meine ausführungen nun, wie der Kommentar meint, ziemlicher Unfug sind, ob ich schlicht zu blöde bin, um blind zu fotografieren, liegt in der Betrachtung jedes lesers. Kunst kommt allerdings nicht von Können, sondern von Künstlich und viel treffender kann man diese Pseudofotografie wohl nicht beschreiben.

Ich habe keine Probleme mit Leuten, die völlig andere Wege gehen und andere Ansichten haben, aber hier drängt sich mir der Verdacht auf, dass die eigene Behinderung monetarisiert werden sol – und das finde ich schäbig.