Fernwartung mit NVDA jetzt kostenlos möglich

Eine der herausragenden Funktionen von JAWS war und ist die Möglichkeit, auf entfernte Rechner der sog. Remote Desktop zugreifen zu können. Dafür wird die Professional-Lizenz benötigt und JAWS muss auf beiden Systemen installiert sein.

Etwas ähnliches gibt es nun auch für NVDA. Auch hier muss auf beiden Maschinen NVDA laufen, aber die Unterschiede sind dennoch beachtlich:

  • Sowohl NVDA als auch die Erweiterung NVDARemote sind kostenlos verfügbar. Jeder ist eingeladen einen Betrag seiner Wahl zu spenden, um eines oder beide dieser Projekte zu unterstützen.
  • NVDA braucht bekanntlich keine Administrationsrechte bei der Installation – sieht man mal von der Verwendung im Anmeldebildschirm ab. Damit dürfte eine Installation von NVDA auf einem Terminalserver o.ä. eine Administrator deutlich weniger Kopfzerbrechen machen als bei JAWS,
  • Mit JAWS und seinem Grafiktreiber hat es bei virtuellen Hosts so seine Tücken. Die akzeptieren nämlich häufig nicht, dass ein Grafiktreiber installiert werden soll, oder sind so weit von der Hardware entfernt, dass die Installation seltsame Fehlermeldungen ergibt. Deshalb war die Nutzung von JAWS-Remote in der Praxis für mich oft nicht möglich. Für “normale” Rechner sieht dies freilich anders aus.
  • Prinzipiell kann man natürlich darauf bauen, dass JAWS oder NVDA auf dem entfernten Rechner laufen und den Audiokanal zu einem umgeleitet wird. Die Verzögerung und die Audioqualität sind hier aber ein echtes Hindernis. Außerdem fällt damit jegliche Brailleunterstützung weg – nichts um von zu Hause arbeiten zu können.

NVDA Remote wird einfach als Erweiterung in ein laufendes NVDA installiert – zur Erinnerung: Es ist problemlos möglich mehrere NVDA-Versionen auf einem Rechner zu betreiben. Die Erweiterung landet allerdings in Ihrem Benutzerverzeichnis und ist somit überall verfügbar.

Die Erweiterung kann hier heruntergeladen werden:
http://nvdaremote.com/download/
Hier gibt es eine sehr knappe Beschreibung der Erweiterung:
http://nvdaremote.com/blog/

Das Release ist noch ganz frisch und man sollte daher nicht verwundert sein, dass die Beschreibung sehr knapp und die Texte noch auf Englisch sind. Es sollte noch erwähnt werden, dass die Entwickler der Erweiterung zwar bekannte Entwickler im Umfeld von NVDA sind, aber die Entwicklung nichts mit dem Team zu tun hat, das NVDA selbst entwickelt – genau wie bei diversen Erweiterungen für Firefox.

Mit NVDARemote ist NVDA wieder ein Stück näher zu JAWS & Co aufgerückt. Arbeitsplätze, die eine Verwaltung entfernter Maschinen benötigen, können nun oft auch mit NVDA betrieben werden – eine Installation des Screenreaders ist in beiden Fällen nach wie vor notwendig. Außerdem dürfte es nun einfacher sein, andere Anwender zu unterstützen, die NVDA verwenden. Hierfür gibt es bei JAWS das Tandem, aber auch da sind ordentliche Lizenzgebühren fällig.

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